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Magnetresonanz-Mammographie

Jede achte Frau in Deutschland erkrankt, statistisch gesehen, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs(1). Die Diagnose führt verständlicherweise zu großer Verunsicherung, löst Ängste aus und stellt eine schwerwiegende körperliche und seelische Belastung für die Patientinnen dar. Dabei ist die Krankheit mittlerweile sehr gut behandelbar und häufig auch heilbar. Je früher eine pathologische Veränderung entdeckt wird und je kleiner der Tumor noch ist, desto besser stehen die Heilungschancen.

Aus diesem Grunde wurde vor Jahren das bundesweite Mammographiescreening eingeführt, bei dem Frauen der Altersgruppe zwischen 50 und 70 Jahren auch ohne Symptome oder tastbaren Befund alle zwei Jahre zu einer Röntgenuntersuchung der Brust eingeladen werden. Nicht selten werden dabei frühe Veränderungen erfasst, noch bevor die betreffende Patientin selbst etwas bemerkt. Dadurch steigen die Heilungschancen erheblich.

Seit einiger Zeit wird die Mammografie durch die sogenannte Tomosynthese (Schichtaufnahmen, durch die Gewebeüberlagerungen vermindert werden) sinnvoll ergänzt.

Dennoch halten wir das Mammografie-Screening nicht für ausreichend. Erstens erkranken auch Frauen außerhalb dieser Altersgruppe, zweitens ist gerade bei jüngeren Frauen mit noch dichtem Brustdrüsengewebe die Mammografie oft nicht in der Lage, diffus wachsende Veränderungen oder sehr kleine Tumorfrühformen ausreichend sicher zu erfassen.

Daher bieten wir ergänzend die Magnetresonanz-Mammografie als das derzeit empfindlichste und sicherste Verfahren zum Ausschluss oder Nachweis von Brustkrebs.

Hierbei wird ohne Strahlung und ohne schmerzhafte Kompression der Brust nach Gabe eines exzellent verträglichen Kontrastmittels im MRT die Durchblutung der weiblichen Brust dreidimensional dargestellt. Die Untersuchung dauert ca. 20-25min und findet in Bauchlage statt. Durch ihre im Vergleich zu normalem Brustdrüsengewebe stärkere Durchblutung können sowohl sehr kleine knotige als auch diffus ihre Umgebung infiltrierende Tumore und insbesondere aggressive, schnell wachsende Formen sehr zuverlässig nachgewiesen werden(2).

Neuere Studien zeigen, dass die Magnetresonanz-Mammographie deutlich mehr tumoröse Veränderungen als die konventionelle Mammographie erfasst und die Prognose der Patientinnen signifikant verbessert(3),(4). Die außerordentlich hohe Empfindlichkeit („Sensitivität“) der Methode führt auch dazu, dass die Wahrscheinlichkeit eines innerhalb des üblichen Zweijahres-Zeitraums zwischen den Screening-Mammografien erstmals nachweisbaren Tumors (sog. „Intervallkarzinome“) gegen Null tendiert(5). Im Umkehrschluss gilt: Zeigt die Magnetresonanz-Mammographie keine Auffälligkeiten, kann weitgehend risikolos auf eine Biopsie verzichtet werden.

Auch bei Frauen, bei denen bereits Brustkrebs festgestellt wurde, hilft die Magnetresonanz-Mammographie weiter, da sie das Ausmaß der Erkrankung genauer erkennen lässt und einen eventuellen Befall auch der anderen Brust zeigt, der in immerhin 3-5% der Fälle vorliegt, so dass dann eine entsprechende Optimierung der Therapie möglich wird(6),(7). Insbesondere Frauen vor den Wechseljahren mit häufig noch dichtem Brustdrüsengewebe profitieren von einer präoperativen Magnetresonanz-Mammographie(8).

Auch bei Patientinnen mit Implantaten kann eine Magnetresonanz-Mammographie problemlos durchgeführt werden.

Kosten einer Magnetresonanz-Mammographie

Die Kosten einer Magnetresonanz-Mammographie werden von Privatkassen in der Regel übernommen.  Außerdem besteht die Möglichkeit, die Untersuchung als individuelle Gesundheitsleistung (iGeL) durchführen zu lassen. Bei den Gesetzlichen Krankenkassen ist die Magnetresonanz- Mammographie leider noch keine Regelleistung, eine Erstattung ist aber dennoch in bestimmten Fällen möglich.

Sprechen Sie uns bitte einfach an.

Referenzen:

1 https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs-definition-und-haeufigkeit.html, Zugriff am 25.05.2020
2 Lancet 2007: DOI: 10.1016/S0140-6736(07)61232-X
3 Radiology 2017: 10.1148/radiol.2016161444
4 Radiology 2017: doi.org/10.1148/radiol.2016151419
5 J Clin Oncology 2010: doi.org/ 10. 1200/ JCO. 2009. 23. 0839
6 NEJM 2007: DOI: 10.1056/NEJMoa065447
7 J Surgical Oncology 2005: DOI: 10.1002/jso.20350
8 Clinical Trial 2015: DOI: 10.1007/s10549-015-3556-3

zuletzt geändert am: 18.06.2020

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