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Kalk-CT

Die moderne Computertomographie des Herzens erlaubt heute den Nachweis von Verkalkungen der Herzkranzgefäße mit sehr hoher Verlässlichkeit. Koronar-Kalk findet sich auch in den Frühstadien einer Arteriosklerose, wenn Patienten noch keine Beschwerden verspüren. Studien zeigen zunehmend seinen wichtigen Stellenwert in der Prognose.

Die Kalkmenge kann gut quantifiziert werden, so dass Folgeuntersuchungen nach Jahren Rückschlüsse auf die Entwicklung der Erkrankung oder die Wirksamkeit einer Therapie zulassen.
Mit Hilfe des Kalk-CT können verkalkte Plaques (Ablagerungen in der Gefäßwand der Herzkranzgefäße) direkt, sehr schnell und mit sehr geringer Strahlenbelastung dargestellt werden.

Indikationen - bei wem ist ein Kalk-CT sinnvoll?

  • Patienten, bei denen aufgrund der konventionellen Risikofaktoren ein mittleres Risiko für einen Herzinfarkt besteht.
  • Bessere Abschätzung des Herzinfarktrisikos bei Männer über 40 Jahre und Frauen über 50 prognostische Abschätzung des Risikos bei Patienten mit KHK

Untersuchungsablauf

Während der Untersuchung wird ein EKG registriert. Dazu werden vor der Untersuchung vier Elektroden an Ihrem Brustkorb befestigt. Der Puls sollte möglichst niedrig und regelmäßig sein. Dazu haben Sie gegebenenfalls vor der Untersuchung einen Betablocker erhalten.

Während der Untersuchung bewegt sich der Tisch durch die Öffnung des Computertomographen. Sie erhalten ein Atemkommando - einatmen, ausatmen, nicht mehr atmen - und müssen dann für etwa 10 Sekunden die Luft anhalten. Während dieser Zeit dürfen sich nicht bewegen, damit auf den Bildern keine Unschärfen entstehen.

Während der gesamten Untersuchung werden sie über den EKG Monitor und ein Sichtfenster überwacht. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten.

Das Ergebnis wird Ihnen im Rahmen eines Beratungsgespräches erläutert. Sie erhalten einen schriftlichen Befund.

Bedeutung des Befundes

Mit dem Kalk-CT wird die Menge des Kalks an Ihren Herzkranzgefäßen gemessen und in Form eines standardisierten Scores aufgelistet. Ein Score von 0 bedeutet, dass an Ihren Herzkranzgefäßen kein Kalk als Ausdruck einer Gefäßerkrankung gefunden wurde und Sie daher ein sehr niedriges Risiko für das Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung haben. Reine Fetteinlagerungen in die Gefäßwand, die noch nicht verkalkt sind, können mit dieser Methode nicht erfasst werden. Hierfür ist zusätzlich die Gabe von Kontrastmittel nötig („Koronar-CT").

Der Kalk-Score koronargesunder Menschen korreliert mit dem Alter und Geschlecht. Um eine individuelle Einordnung vornehmen zu können, ist daher ein Vergleich der Messwerte mit einer Vergleichsgruppe gleichen Geschlechts und gleicher Altersgruppe nötig. Das geschieht in Form so genannter Perzentilen. Geringe Perzentilen entsprechen einem geringen persönlichen Risiko, hohe Perzentilen einem hohen Risiko. Ein Kalk-Score unterhalb der 10. Perzentile bedeutet zum Beispiel, dass weniger als 10% der vergleichbaren Gruppe einen niedrigeren Score haben, das Risiko für einen Herzinfarkt ist also gering.

Zum besseren Verständnis finden Sie eine allgemeine Beispieltabelle zur Beurteilung des Kalkscores abgebildet. Ihr individueller Befund beinhaltet eine alters- und geschlechtskorrigierte Bewertung:

 

koronarkalkscore
(nach Agatston)
Beurteilung der
Koronarsklerose
Risikobeurteilung
0-10Keine / minimalGeringes Risiko
11-100MäßigMäßiges Risiko
101-400DeutlichErhöhtes Risiko
401-1000AusgeprägtHohes Risiko

    zuletzt geändert am: 21.06.2017

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