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Detektion von Prostata-Karzinomen im MRT

Prostatakrebs ist die häufigste Tumorart bei Männern. Das übliche Vorgehen bei der Diagnose des Prostatakarzinoms ist neben der PSA-Wert Bestimmung im Blut eine zufällige Probeentnahme aus der Prostata. Diese Methode verfehlt aber aufgrund des zufälligen Charakters der Probenentnahme häufig Tumore und kann methodenbedingt im Randbereich der Prostata gelegene Tumore nicht regelhaft erreichen. Aus diesem Grund wird in der neuen S3-Leitlinie Prostatakarzinom der medizinischen Fachgesellschaften die Bedeutung der MRT bei der Diagnostik des Prostatakarzinoms aufgewertet. Bereits vor einer ersten Biopsie kann und nach einer negativen Biopsie bei auffälligem PSA oder bei der Überwachung eines Tumors („active surveillance“) sollte ein multiparametrisches MRT der Prostata zur Tumordetektion durchgeführt werden. Dabei wird der Patient in bequemer Rückenlage mit einer leichten Messspule auf dem Becken mit den Füssen voran in das MRT gefahren. Während der ca. 25-minütigen Untersuchung bleibt der Kopf des Patienten immer außerhalb des MRT. Es werden dann verschiedene Bilder aufgenommen, die unterschiedliche Gewebe-Eigenschaften der Prostata hochaufgelöst darstellen:

Die Form und innere Struktur der Prostata (Morphologie): Tumore zeichnen sich dabei durch eine Störung der Prostataarchitektur aus.

Die Zelldichte der Prostata (Diffusion): Tumore haben aufgrund ihres Wachstums eine höhere Zelldichte als gesundes Gewebe

Der Blutfluss der Prostata (Perfusion): Tumore sind besser durchblutet als normales Prostatagewebe.

Die unterschiedlichen Bilder werden dann nach dem sogenannten PI-RADS 2.0-Schema ausgewertet. Signifikante Prostatakarzinome können mit einer mit einer Genauigkeit von ca. 90% entdeckt oder auch sicher ausgeschlossen werden. In enger Zusammenarbeit mit den behandelnden Urologen kann dann die Größe und Lage des Tumorherds für eine sogenannte MR-Ultraschall-Fusionsbiopsie genau mitgeteilt werden. Die aktuelle PROMIS Studie zeigt, dass diese Fusionsbiopsie deutlich genauer ist als eine herkömmliche Biopsie. Zudem zeigt die Studie, dass ein vor einer geplanten Biopsie durchgeführtes MRT die Biopsie in 25% der Fälle eine Biopsie sogar komplett unnötig macht.

Quellen

https://www.jameda.de/gesundheit/maenner/prostatakrebs-mit-mrt-erkennen/

zuletzt geändert am: 29.08.2018

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